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Zeitzeugengespräche im virtuellen Raum: Die Forschungsgruppe „Lernen mit digitalen Zeugnissen“ (LediZ) stellt am Freitag (20. Januar) im Lichthof der Münchner Ludwig-Maximilians-Universität (LMU) neue digitale Gedenkformate vor.

Bei der geplanten Präsentation der Forschungsgruppe „Lernen mit digitalen Zeugnissen“ sei erstmals die erste Szene eines volumetrischen Videos mit der Holocaust-Überlebenden Eva Umlauf zu sehen, sagte Markus Gloe, Professor für Politische Bildung und Didaktik der Sozialkunde, dem Sonntagsblatt.

Umlauf berichte in einer Virtuellen Realität (VR) von ihrer Zeit in Auschwitz und ihrem weiteren Lebensweg. Dabei werde in einer Art „begehbarem Film“ ein lebensgroßer Avatar der Zeitzeugin geschaffen, „der einen direkt anschaut“, erläuterte Gloe. Das Video sei in Zusammenarbeit mit dem Fraunhofer Heinrich-Hertz-Institut entstanden.

Digitale Zeitzeugnisse

Ziel der Wissenschaftler ist, die Möglichkeiten, Grenzen und Wirkungen von digitalen Zeugnissen zu erforschen. Ausgangspunkt sei 2018 eine Tagung über Erinnerungsarbeit gewesen, bei der skeptisch über sogenannte Hologramme gesprochen worden sei, sagte Gloe:

„Die Kritik war, dass dabei digitale Geister geschaffen würden – das wollten wir erforschen.“

Erste virtuelle Zeugnisse von Holocaust-Überlebenden gebe es seit 2015, bislang aber nur auf Englisch. Deshalb sei 2018 das erste Interview auf Deutsch mit dem Holocaust-Überlebenden Abba Naor gedreht worden.

In der Folge entstanden weitere VR-Projekte mit Eva Umlauf, Zilly Schmidt und Ernst Grube. Im Entstehen sei ein XR-Hub des „Jewish Chamber Orchestra Munich“ mit dem Titel „Musik der Shoah“.

Potenzial digitaler Methoden

Der Professor sieht in digitalen Methoden der Erinnerungsarbeit ein großes Potenzial. „Man kann die Zeitzeugen selbst befragen und sieht sie in Lebensgröße in einem virtuellen Raum“, erläuterte Gloe.

VR-Erlebnisse seien kein Ersatz für Zeitzeugengespräche, sie könnten jedoch „auf andere Weise Erinnerung wachhalten“. Zudem seien digitale Metholden gut geeignet, Jugendliche mit ihren veränderten Rezeptionsgewohnheiten zu erreichen.

Arbeit erfordert Fingerspitzengefühl

Erste Tests an Schulen und Gedenkstätten zeigten, dass Nutzerinnen und Nutzer zwar eine Beziehung zum Avatar aufbauten, dabei aber immer klar bleibe, „dass das eine Maschine ist“.

VR-Erlebnisse für die NS-Erinnerungsarbeit zu gestalten, erfordere Fingerspitzengefühl.

„Wir legen den Zeitzeugen keine Worte in den Mund und wir konstruieren aus dem vorhandenen Material keine neuen Antworten“, betonte Gloe.

Laut Gloe ist die Technik sehr kostspielig. Zudem würde der Einsatz von VR-Material an Schulen vom Kultusministerium zwar erlaubt, aber nicht gefördert.

Die bisherigen Projekte seien vorwiegend aus Stiftungsmitteln finanziert worden. Wer die digitalen Zeugnisse nutzen wolle, könne sie über die LediZ-Projektseite anfragen.

https://www.lediz.uni-muenchen.de/projekt-lediz/index.html

Quelle:

https://www.sonntagsblatt.de/artikel/gesellschaft/lebensgrosse-avatare-von-zeitzeugen-digitale-gedenkformate

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